Tell me are you scared cause I would be

FAKT. Räume voller Menschen machen mich nervös.

FAKT. Wenn ich die Deko übernehme, ist die Deko der Shit. Wenn ich den Rest übernehme, haut der auch rein.

FAKT. So viel geweint wie in den letzten 24 Stunden hab ich lang nicht mehr. Erst vor Angst, dann vor Stress, dann vor Frust, dann vor Herzbruch, dann vor ich weiß gar nicht, was.

FAKT. Die Frau, die einen Move macht, weil ihr der Typ in der Bibliothek gefällt: wie erstaunlich, dass ich das auch sein kann. (Und war sein Lächeln nicht hinreißend, aus dem Augenwinkel, als er im Vorbeigehen seine Antwort auf meinen Brief auf meine Tastatur gelegt hat?)

FAKT. Ich glaub, ich lieb dich sehr, was soll ich machen.

FAKT. Mein Leben ist die machbare Menge des Möglichen, ich bin das, was übrig ist, der letzte aus einem schillernden Schwarm bunter Traumvögel, aber ich sing, so sehr ich kann.

FAKT. Ich bin nicht allein. (Danke.)

FAKT. Ich war Teil von etwas, das ich nicht genießen konnte, aber es war gut. Ich hab mit dafür gesorgt, dass es gut war. Und ich bin froh drüber, dass es für die anderen gut war – für den Künstler, für die WG, für alle, die über das verzauberte Zimmer gestaunt haben.

FAKT. Mir kein neues Rezept für die ollen Tabletten zu holen, war wirklich ungeheuer dumm. Aber nächste Woche bin ich wieder okay. Und obwohl mein Körper jetzt zwischen mir und der Welt steht, bin ich froh über die letzten beiden Tage.

FAKT. Das war gestern, das ist schön:

FAKT. Ich mag Klamotten.

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Kurs auf Eisberg

Was machst du für Sachen?

Das hier mache ich:
Heute Abend ist ein Wohnzimmerkonzert in einer befreundeten WG, das ich mitorganisiere. Und morgen, gleich nachdem wir den Musiker versorgt und zum Bahnhof gebracht haben, fahre ich zu meinen Eltern.
Knapp, aber machbar, vielleicht, nur: mein Körper ist müde und unerholt, am Mittwoch habe ich meine letzte Tablette genommen und es nicht geschafft, mir ein neues Rezept für die nächsten zu holen, die letzte Nacht war zu kurz, die nächste wird es auch, ich muss noch packen, ich soll Auto fahren, die WG dekorieren, und meine Wohnung sieht seit Wochen aus wie Scheiße.
Es ist alles zu viel, ich bin völlig fertig, ich weiß nicht, was der Mangel an Schlaf und Venlafaxin in meinem Organismus veranstalten, aber ich kann gerade so aufrecht sitzen, mein Kopf ist nicht klar und mein Körper ist es auch nicht.
Was gestern noch Vorfreude auf das Konzert und den Abend mit Freunden war, ist jetzt blanke Panik, ich hab gedacht, ich kann das, ich hab Angst gehabt, ich könne es doch nicht, ich merke, ich kann’s wirklich nicht.

Aber jetzt ist es da. Wie soll das gehen.

Evil young thoughts

I’m an evil young hustler
To be so curious
Those are evil young thoughts here
But I’m so jealous, so jealous

– Tanita Tikaram, Wonderful Shadow –

Du bist beschäftigt und ich habe ohnehin keinen Anspruch auf dich, aber in mir tobt die Eifersucht in Rudeln durcheinander, das stürzt zähnefletschend über sich selbst, prallt gegen Wände, verknäult sich jaulend, kommt nicht los.
Das soll ich im Zaum halten; ich soll nicht sagen: Du gefällst mir am besten, oder: Ich mag deine Hände, oder: Ich möchte dich anfassen, und schon gar nicht: Dich an meiner Seite, das könnte ich mir vorstellen, ich habe mir schon alles fertig ausgedacht, weil wir so schön miteinander funktionieren und es ergibt gar keinen Sinn, dass du das nicht wollen solltest.

Ich soll stattdessen gelassen sagen: Das geht vorbei, und: Ich werd mich auch wieder in anderswen verlieben, und: So bezaubernd bist du nun auch nicht, das ist nur eine vorübergehende Täuschung, und wir sind sicher viel verschiedener, als ich mir jetzt einrede.
Und ich soll auch nicht eifersüchtig sein auf jeden Gedanken, in dem ich nicht vorkomme, und auf jede andere Frau in der Stadt, und auf jedes Lachen mit jemandem, der nicht ich bin, und jede nie geschriebene Nachricht von dir, aber wie soll ich vernünftig sein, wo ich es doch am Körper spüre: etwas, das von innen gegen meinen Brustkorb drückt, und ich wäre so froh, wenn er platzen könnte.
Da ich aber nicht platzen kann, schaue ich hungrig in die Nacht und meine eifersüchtigen kleinen Wölfe heulen unter deinem Fenster.

Unfug

Nachts um drei tinder runterladen, Fotos von fremden Männern vom Bildschirm wischen, plötzlich über dein Profil stolpern, dich auf einem Foto lächeln sehen, denken: jeden Blödsinn an dir würd ich lieben!, wissen: das ist bescheuert, und alles wieder wegmachen: dich auch weg wischen, tinder deinstallieren, schlafen gehen, mein Herz zu einem glühenden Klumpen zusammenknüllen.

Ich weine nach innen.