I remember how it ends, we survive

Dieses Bild hat nichts damit zu tun, wie ich mich fühle. Es ist einfach viel zu abgefahren, um es nicht möglichst vielen Leuten zu zeigen. Hier:

Léon Bonnat, Hiob, 1880; Public Domain, via Wikimedia Commons

Hiob, wir erinnern uns, ist der arme Kerl, der Gegenstand einer Wette zwischen Gott und dem Teufel wird. Der Teufel sagt, Hiob sei Gott nur treu, weil es ihm so gut gehe. Gott sagt, bitte, das können wir ja ausprobieren, worauf Satan sich große Mühe gibt, den vorbildlich frommen Hiob vom Glauben abzubringen, indem er ihn ins Unglück stürzt und ihm nach und nach Besitz, Kinder und Gesundheit nimmt. Hiob erträgt jedoch alles, ohne in seinem Glauben zu wanken.
Allerdings versteht er nicht, warum ihm solches Unglück widerfährt, immerhin hat er nichts verbrochen. Da wären wir dann bei Bonnats Bild: Hiob hat alles verloren und klagt Gott an, Gott antwortet, und am Ende sind sich alle einig, dass es unschuldiges Unglück gibt und man durch menschliche Weisheit die Motive Gottes nicht nachvollziehen kann. Und Hiob bekommt einfach neuen Besitz und neue Kinder, so simpel ist das in der Bibel.

Léon Bonnat, der Maler, hat im späten 19. Jahrhundert gearbeitet. Klar! Die coolsten Sachen kommen aus dem 19. Jahrhundert, wenn sie nicht von Rembrandt kommen. Ich muss unbedingt herausfinden, was dieser Mensch noch so gemacht hat und ob der Rest auch so großartig ist.

Ich komme übrigens so zu Hiob: ich stolpere in einen Buchladen und stoße direkt mit Julius Schnorr von Carolsfeld zusammen, der in Form einer Bilderbibel vor mir liegt, Holla, denke ich, das fängt ja gut an, denn Julius ist auch aus dem 19. Jahrhundert, allerdings ein bisschen verkopft, aber eine Hausnummer der Epoche, deshalb ist diese Bibelausgabe der Hit. Ich schnappe sie mir und laufe im nächsten Regal direkt in einen weiteren Bildband mit Bibelgeschichten, schlage ihn auf und sehe mich Auge in Auge mit Hiob (siehe oben). Alter Falter, denke ich.
Und Dinge, die einen dazu bringen, „Alter Falter“ zu denken, soll man niemals ignorieren.

Ein Gedanke zu „I remember how it ends, we survive“

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