Kurs auf Eisberg

Was machst du für Sachen?

Das hier mache ich:
Heute Abend ist ein Wohnzimmerkonzert in einer befreundeten WG, das ich mitorganisiere. Und morgen, gleich nachdem wir den Musiker versorgt und zum Bahnhof gebracht haben, fahre ich zu meinen Eltern.
Knapp, aber machbar, vielleicht, nur: mein Körper ist müde und unerholt, am Mittwoch habe ich meine letzte Tablette genommen und es nicht geschafft, mir ein neues Rezept für die nächsten zu holen, die letzte Nacht war zu kurz, die nächste wird es auch, ich muss noch packen, ich soll Auto fahren, die WG dekorieren, und meine Wohnung sieht seit Wochen aus wie Scheiße.
Es ist alles zu viel, ich bin völlig fertig, ich weiß nicht, was der Mangel an Schlaf und Venlafaxin in meinem Organismus veranstalten, aber ich kann gerade so aufrecht sitzen, mein Kopf ist nicht klar und mein Körper ist es auch nicht.
Was gestern noch Vorfreude auf das Konzert und den Abend mit Freunden war, ist jetzt blanke Panik, ich hab gedacht, ich kann das, ich hab Angst gehabt, ich könne es doch nicht, ich merke, ich kann’s wirklich nicht.

Aber jetzt ist es da. Wie soll das gehen.

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10 Kommentare zu „Kurs auf Eisberg“

  1. Ganz einfach. Prioritäten setzen.
    Wenn du nicht ausgeschlafen bist…muss das nicht zwingend mit deiner Gemütsverfassung oder den Gehirndrops zu tun haben…Vielleicht solltest du schlicht & ergreifend deinen Lebenskonzept/-stil ändern und dein Leben (Projekte, berufl. Ambitionen, (Schein-)Beziehungen, Hobbies etc.) entrümpeln bzw. ein Downsizing machen, anstatt deine Energie wahllos zu verschleudern…bis es für dich wirklich passt
    Ich vermute stark, dass es dir schnell besser geht.

    Um ehrlich zu sein, wundere ich mich eh ein wenig, was du alles so machst, obwohl du von Depressionen berichtest. Das hört sich nach einer eher leichten Form an…Allerdings scheinst du dich selber in allen möglichen Kram (insbes. in deine temporären Befindlichkeiten) einfach zu sehr reinzusteigern. Wozu brauchst du dieses selbstgestrickte Drama eigentlich? Was für einen Nutzen hat diese Selbstsabotage für dich? Was ist es, was Du ausweichst?
    Wenn du dir (nicht mir!) diese Frage wirklich schonungslos ehrlich beantworten kannst, kommst du dir auf die Schliche und bist einen entscheidenden Schritt weiter, denke ich. Du lernst deine echten Bedürfnisse kennen und kannst alternative Wege suchen, sie konstruktiv zu befriedigen.

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      1. Schon gut. Wie bereits angemerkt, habe ich keine Antwort erwartet, denn du hast natürlich recht. Und es geht mich auch nicht wirklich etwas an.

        Allerdings provozierst du natürlich Reaktionen, wenn du quasi öffentlich über dich und deine Psych-Themen berichtest. Du hast dich exponiert (was ich ziemlich mutig finde). Das musst du schon zugeben.

        Meine Zeilen waren lediglich als – übrigens abschließende – konstruktive food4thoughts und Feedback gedacht, denn meiner Ansicht nach hilft Mitgefühl alleine nicht weiter.
        Offensichtlich liege ich ja nicht ganz daneben, wenn du auf deine Therapeutin verweist. Ich habe nicht vor, mich mit meinem Feedback aufzudrängen, wenn bei dir das literarische Erzählen im Vordergrund steht…und du besitzt wirklich Schreibtalent, keine Frage.

        Wenn ich dir zu nahe getreten bin, tut es mir leid, Carlie.

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  2. Hallo!
    Die Nebenwirkungen beim Absetzen von Venlafaxin sind bekannt. Und übel. Auto fahren ist nicht angesagt. Wenn man dabei einen Unfall baut, und die Versicherung schnallt die Fakten, dann verweigern sie die Entschädigung. Dein Zustand ist „normal“, das heisst er war zu erwarten, wenn die Tabletten nicht geschluckt werden. Man ist im eigenen Bett am besten aufgehoben. In Deinem Fall aber bei den Eltern – gut, wenn jemand mit aufpasst.
    Hoffentlich hast Du das bald im Griff!
    Alles Gute wünscht Dir
    Ro.

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    1. Hallo Ro,
      danke für deinen Kommentar. Ich halte mich nach dem gestrigen Katastrophentag an deinen Rat und habe mich ins Bett gepackt, und da bleib ich, bis Montag die Ärztin ein neues Rezept ausstellt. (Das Konzert gestern wollte ich aber doch miterleben, immerhin hatte ich mich da so lange drauf gefreut. Funktioniert hat es für mich zwar nur mäßig, aber verpasst haben wollte ich es trotzdem nicht.) Und ganz viele liebe Freunde passen hier ganz wunderbar auf mich auf!
      Viele liebe Grüße,
      Juliane

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  3. Sorry, habe versehentlich auf den Senden-Button gedrückt und ein unvollendeten Kommentar losgeschickt. Jedenfalls wollte ich noch schreiben, dass es gar nicht gut ist, wenn man, wie in deiner Situation, dann auch noch keine Medikamente mehr hat. Ich hoffe, du hast das WE gut überstanden und bekommst am Montag dein Rezept.
    Liebe Grüße
    Rosa

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    1. Liebe Rosa, ich freu mich immer über deine Kommentare! Das Wochenende ging dann doch noch ganz gut vorbei, ich nehme mein Medikament wieder und bin jetzt ganz gut beieinander, würd ich sagen. Ich hoffe, dir geht es auch gut!
      Viele liebe Grüße,
      Juliane

      Gefällt 1 Person

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