Das nehm ich dir nicht ab (und dir auch nicht)

Manche Menschen, und davon höre ich von vielen Bekannten ebenfalls, also sind es vielleicht mehr als manche, diese Menschen jedenfalls sagen nicht, was sie denken, sie chiffrieren, was sie brauchen, damit der andere es ihnen anbietet. So zum Beispiel:

„Es wär echt cool, wenn jetzt jemand da wäre“, sagen sie, oder „Mir ist grad echt langweilig“ oder sogar „Was machst du?“ statt: „Hast du Lust, vorbeizukommen?“

Oder: „Ich weiß einfach nicht, wie ich das machen soll, echt nicht, dabei würde ich wirklich, wirklich gerne, wie schade“, statt: „Kannst du mir helfen?“

Oder: „Ich bin eher schüchtern und finde es cool, wenn der Andere den ersten Schritt macht“, statt: „Ich finde dich gut!“.

Oder: „Mir fehlt einfach echt jemand zum Reden“ statt: „Mir geht’s nicht gut, und zwar deshalb: … “

Oder: „Nee, alles OK.“ statt: „Ich bin sauer auf dich, denn das und das und das hat mich genervt!“.

Und ich werde es ganz einfach niemandem mehr abnehmen, das zu sagen, was er meint, denn das muss man einfach können, Punkt. Keine Chiffres, keine Hinweise, kein Reden durch Blumen, werdet erwachsen, selbst ich hab’s gelernt.

Liebe für Lindy

Wenn ich tanze, hört mein Kopf auf zu denken, und ich bin, Drehung für Drehung, wenn ich deine Hand schon finde, ohne hinzusehen, und meine Füße neue Schritte finden, ohne sie zu kennen, und mein Körper sich bewegt, ohne dass ich etwas dazu getan hätte, weil ich es fühle: ich fühl die Musik, ich fühl den Rhythmus, ich fühl, was du machst, und ich fühl mich stark und richtig, und ich lache so laut.

 

Das, meine Freunde, ist das pure, schiere Glück.

I’ve been short of logic

I’ve been short of logic so
I’m passed out on the patio
That cold and stoney floor
And I’ve been here before
Twelve times

Eight Legs, These Gray Days

Tag drei in Folge von diesen: ich kann nicht. Sage mir: Lass uns aufstehen/essen/putzen/lesen/schreiben/unter Menschen sein, aber immer ist die Antwort: Nein. Und immer denke ich dann: Stimmt.

Das ist eigentlich schon körperlich: ich bin so schwer und unendlich müde, ich weiß nicht, wovon. Und wie soll das wieder aufhören? Ein schlecht gelaunter Spuk geht neben mir her und lässt sich nicht vertreiben. Und ich schwimme durch den Tag, stumm und kalt, und Freunde klopfen von weit her an die Scheibe.

Oder: zwischen mir und der Welt hängt ein schwerer dunkler Vorhang, den ich manchmal am Saum ein bisschen lüpfe: für ein Vorstellungsgespräch, einen Rat an verirrte Fremde, Freundlichkeit beim Einkauf, aber das hält nicht vor, nach jeder Begegnung fällt der Vorhang wieder und wirbelt noch nicht einmal Staub auf.