Auftauchen

Die letzten zwei Wochen waren eine blind durchwanderte Talsohle. Durchwandert? Durchkrochen, auf den Knien, tastend, Nase und Knie hab ich mir an Fels gestoßen, bis ich nicht mehr weiter konnte, und so saß ich zwei Tage lang: ohne Bewegung, ohne Sprache, ohne Licht, und am dritten Morgen war es vorbei.

Warum? – So fragen alle nach dem Absturz, der sich seit Wochen angebahnt hat, wie soll ich wissen, wo das herkam, vielleicht ist es der Winter, vielleicht was Anderes, ich finde die Gründe nicht so wichtig wie die Schlüsse, die ich aus dieser Zeit ziehen sollte, aber die Therapeutin, meine Eltern, Freunde, sie fragen nach den Gründen. Scheiß auf Gründe.

Jetzt bleibt: Versäumtes aufholen, Mahngebühren bezahlen, Schreiben beantworten, dem Leben nachgehen, das um mich herum weitergetobt hat, es dröhnt und stampft und ich folge ihm vorsichtig, damit es mich nicht wieder niedertrampelt, im eigenen Tempo, ich verordne mir Sonnenbäder und Lesekuren und Schokoladendiäten, bis ich wieder als Mensch durchgehe, und am Samstag hatte ich sogar zwischendurch Spaß am Tanzen.

Jetzt muss ich sehen, ob die Bibliothek meinen Arbeitsplatz schon abgeräumt hat. Einmal pro Woche muss ich da eintragen, dass ich ihn benutze. Ha! Hab ich nicht.

 

 

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