Zugfahrt zu dritt

Ich sitze im Zug nach Berlin, am Fenster, aber ich gucke nicht raus, sondern Grumpy an, der mir gegenüber sitzt und nicht einverstanden ist.

Was soll das jetzt wieder?, fragt er. Wir könnten zuhause auf dem Balkon sitzen, das ganze Wochenende lang, und stattdessen müssen wir nach Berlin? Was haben wir mit Berlin zu tun?!

Das weißt du genau, sage ich. Wir gehen ins Museum und treffen den bösen Typen aus der Schule und wir haben einfach ein schönes Wochenende, so wie normale Leute.

Normal!, faucht er. Wir sind nicht normal! Ich hasse wegfahren! Berlin ist zu groß! Du bist zu klein! U-Bahn! Fremde Straßen! Unwägbarkeiten! Gefahr, Gefahr! Und wer ist überhaupt der Typ neben dir?

Freund von mir, murmle ich, weil Grumpy mich schon ein bisschen eingeschüchtert hat.

So so, sagt er und verschränkt die Arme. Den hab ich ja noch nie gesehen. Der ist die ganze Zeit dabei? Ich vertrag mich nicht die ganze Zeit mit jemand, kannste vergessen.

Freitag bin ich allein, sage ich.

Da reißt er die Augen auf und brüllt: Allein?! Wie sollen wir denn allein zurechtkommen? Eine blöde Idee ist das, das alles, eine richtig blöde Idee.

Vielleicht wird’s aber auch einfach schön, sage ich, aber er schnaubt nur und guckt ab jetzt beleidigt aus dem Fenster.

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