07.08.

Ich möchte einen Text schreiben, von dem ich nicht weiß, ob ich ihn hinkriege. Ich habe gefrühstückt: Pellkartoffeln mit rasch zusammengerührtem Tsatsiki, Käse, Tee und Kaffee. Was ich normalerweise frühstücke, vertrage ich gerade nicht wegen des abgesetzten Venlafaxins. Zwei Tafeln Schokolade liegen seit Tagen fast unberührt in meiner Wohnung, von Süßem wird mir schlecht, von Milch auch, von dem Kaffee – nur eine kleine Tasse, schwarz, und magenfreundlicher Espresso – seltsamerweise nicht. Erstes Mal, dass ich nicht Arabica trinke, schmeckt verrückt und gut und dunkel.

Ich lese Cat’s Eye von Margaret Atwood weiter und muss ein bisschen weinen dabei. Ich muss im Moment wegen ganz seltsamer Dinge weinen, auch das dem Entzug geschuldet: gestern nach dem Tanzen, ohne genau zu wissen, wieso. Oder heute bei einem Radiobeitrag – eine streng christliche Mutter erzählt von der ungewollten Schwangerschaft ihrer Tochter und wie sie sich dazu entschieden hat, sie trotzdem weiter zu lieben. Oder jetzt, wo ich von dem Radiobeitrag schreibe. Oder als ich lese, wie Margaret Atwoods Figur Elaine sich durch ihre Kindheit kämpfen musste – und durch die Kindheit ihrer Töchter.

Vor Wochen hab ich Kaffee getrunken mit einem schmalen, dunklen Musiker; gestern hab ich ihn beim Tanzen wieder getroffen und ihm erzählt, dass mein Date mich versetzt hat. Geh doch mal mit mir auf ein Date, sagt er, als wäre nichts dabei.

 

imm011_13A (2)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s