Vor zwei Wochen, ein Abend

Ich warte am offenen Fenster auf das Gewitter. Draußen murmelt der Donner, aber von anderswo; dann schweigt er und der Wind legt sich und die Hitze steht wieder still in der Stadt. Es donnert wieder, aber anders: ist das jetzt unser Donner, und bringt er den Regen, und die Kühle? Ist das endlich, worauf wir so gewartet haben? – Ja, wir sind hier, antworten die ersten dicken Tropfen auf dem Dachfenster.

Ich lösche das Licht, damit ich die Blitze besser sehe. Jetzt bin ich plötzlich ganz klar und präsent, der heraufziehende Sturm hat mich geöffnet. Heute Abend könnte ich unter Leute gehen, tanzen – aber ich weiß, ich werde nicht, nur dass ich Lust drauf hätte, ist schön. Ich habe heute noch mit keiner Seele gesprochen: mir ist nach Menschen zumute, aber zugleich habe ich das Gefühl, als wäre ich endlich mit etwas in mir fertig geworden, und es tut gut, mich mit mir selbst so ruhig zu fühlen.

 

Gartenzaun

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