Danke

Ich telefoniere mit Du und er schafft es, aus dem schleimigen, fauligen Schlamm in meinem Inneren etwas zusammenzusetzen, das selbst ich als menschlich erkennen kann.

Zu viel

Liebe Kolleginnen, liebe Freunde, liebe Berufsberaterin, liebe Ärzte, liebe Familienmitglieder und lieber Partner, liebe Zimmerpflanzen, lieber Körper, liebes Mindestmaß an Ordnung und Sauberkeit, lieber Traum vom Illustrieren: Ich bin nur eine einzige Person. Wie soll ich denn euch alle gleichzeitig — ? Eben. Gar nicht.

Cashmoney

Vielleicht einen Armreif? Oder zwei. Auf jeden Fall Ohrringe, ausgefallene, und eine Armbanduhr, die so richtig zu mir passt. Und vielleicht Halsketten, die ein bisschen erwachsener aussehen, auf jeden Fall aber: Röcke, bunt und rauschend, mit vielen Lagen Stoff, die beim Gehen schwingen und gut zu Stiefeln aussehen, und dazu passende Blusen, dann bin ich eine Piratenkapitänin ohne Schiff, aber trotzdem erkennbar. Auch Hosen, die nicht von jemand anderem aufgetragen wurden und die ebenfalls zu meinen Stiefeln passen, auch in Hosen will ich schließlich Piratin bleiben, und eine Nachfolgerin für die grüne Jacke, die schon lange auseinander fällt, und leichte Schuhe für den Sommer, und bunte Kleider, auffällige, und Westen und Schals und Gürtel und einen Hut, Samt und Leinen und Rüschen und Bänder und lauter verschiedene Muster – ich bin ein materialistisches Menschenkind und möchte mich schön anziehen und deshalb bin ich unzufrieden mit meinem Gehalt, so, jetzt hab ich’s gesagt.

Licht und Ruhe

Ich mache einen fünfzehn Kilometer langen Spaziergang in der Sonne, auf dem ich eine Kaffeepause mit einer Bekannten einlege. Mit ihr habe ich so gut wie keine Vorgeschichte, deshalb stört sie nicht in dem, was ich mir für dieses Wochenende vorgenommen habe: ganz bei mir sein.

Warum das so ist, kann ich nicht in Worte fassen, zu müde. Trotzdem, ich fühl mich erholt, und hoffentlich wird es jetzt einfach Frühling.

TOUCH ME (NOT)

Touch me not heißt der Film, aber ich komme heraus und denke: O doch, touch me!

Körperlichkeit, Berührungen, Sexualität haben so wenig Platz im Alltag, beschränken sich auf so wenige, festgelegte Gelegenheiten und Personen – würde es nicht gut tun, das zu ändern und darüber zu sprechen, das Gespräch überhaupt zu ermöglichen? Die Themen sind doch viel zu groß, viel zu zentral, um sie so aus dem Kontakt mit anderen Menschen zu schieben.

Und: warum haben wir unsere Körper nicht lieber?