Ein Schmetterling

Während wir beieinander waren, Abend, Nacht und Morgen, hab ich es nicht gemerkt, aber jetzt hab ich ein warmes Gefühl im Bauch und ein Lächeln, das nicht weggeht.

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In meinem unbelehrbaren Herzen: du

Auf der Abschlussparty fühl ich mich elend, weil ich das Festival nicht genießen konnte; du setzt dich neben mich und fragst, ob alles okay ist. Nein, sage ich, und deine Hand bleibt auf meinem Rücken, ich kann dich nicht anschauen (ich will so sehr, dass du da bleibst, dass ich mir wünsche, du würdest weggehen).

Sollen wir tanzen?, fragst du, und ich sage, was ich noch nie gesagt habe. Dieses Nein fühlt sich schrecklich an, und du fühlst es auch: Nein?, wiederholst du, weil es so unvorstellbar und verkehrt ist, dass wir beide nicht miteinander tanzen sollen.

Ich schüttle den Kopf, und damit zerschlage ich das Band zwischen uns, und es tut so weh.

Komm

Ich möchte mich verschenken – ich möchte mich öffnen wie die Tür zu einem wilden, blühenden Garten, und wer immer er ist, er soll sich verlaufen auf meinen stillen, grünen Pfaden, wo es immer Sommer ist und schwer nach Springkraut duftet. Hier soll er sich verlieren, unrettbar, zwischen meinen Ranken und Schatten und Dornen und phantastischen Gewächsen, während eine dunkelrote Rose langsam jene Tür verschließt, und jetzt wird er für alle Zeit in mir ruhen: auf moosigen Samt unter dem Apfelbaum gebettet wird er die weißen Rehe träumen, die bei Vollmond vom nahen Fluss her kommen.

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Half the love

Dass ich mein Studium eines schönen Faches aufgeben und mir irgendeinen Job suchen will; dass ich mich in einem lockeren Verhältnis zu einem Mann schon halbwegs einrichte, obwohl das nicht ist, was ich gesucht habe: ist das, um zu beweisen, dass ich es sowieso nicht kann?
Es: der große Wurf, der ganze Traum, alles, was ich sein könnte.

Oder, und das wäre schlimmer, bin ich überzeugt davon, dass ich mehr gar nicht verdient habe? Vielleicht gerade, weil ich es nicht kann, weil ich das große Glück gar nicht halten könnte, schließlich halte ich mich für ganz und gar unzulänglich in so ziemlich jeder Hinsicht. (Und wo ich womöglich doch mehr bin als das, hab ich zu wenig daraus gemacht, das zählt also auch nicht.)
Das ist nicht unplausibel. Damit muss man erstmal klarkommen.

Gefühlskater: Hingeben hinnehmen

Wie ich dich besuchen komme, weiß ich, dass ich heute verliebt in dich sein werde, und ich zaudere kurz vor dem Gefühl. Dann nehm ich es an, weil es schön ist, und es ist wirklich schön, so weich zu sein und für einen Abend, eine Nacht und einen Morgen die üblichen Schranken fallenzulassen.

Das Grübeln kommt am nächsten Tag, das hab ich in Kauf genommen, aber jetzt sitz ich eben da und – grüble.