Ticktack, fliegt die Zeit

Liebe Kinder und Kinderinnen,

ich würde euch gerne zum Jahresende noch was Schönes schreiben, weil ich mich freue, dass ihr meinen Blog lest, und mit einem hübschen Text könntet ihr euch zurück freuen. Aber weil ich aus den schönen, vollen Weihnachtstagen bei meinen Eltern direkt wieder in die genauso volle Welt der Popcorntheke, Kinogäste und Eintrittskarten getaucht bin, kopfüber quasi, habe ich mich selbst noch nicht wieder eingeholt und kann deshalb noch gar nicht alles aufschreiben.

Aber, weil heute Silvester ist und wir ja alle inne- und Rückschau halten, sage ich euch zumindest, dass es schön ist, dass ihr hier seid und zuhört, denn wer will schon Selbstgespräche führen – und dass 2018 ein gutes Jahr gewesen ist. Im Februar habe ich Einjähriges mit meiner neuen Wohnung! Wir wissen noch gar nicht, wie wir feiern sollen.

Grüße aus dem Fernbus und jaha, auch einen guten Rutsch!

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For I need to care for no one

Ich sitze in der Bibliothek und mache Notizen zu Lady Anne Blunts Reisebericht.

Das stimmt nicht. Ich sitze in der Bibliothek und Lady Anne Blunts Reisebericht liegt neben mir und ich schreibe dir einen flammenden Liebesbrief.

Ein bisschen sanfter, bitte

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Das Leben ist eine dröhnende Stampede sich irrender Büffel. Sie stampfen brüllend durcheinander und keiner weiß, wieso, aber vorwärts stürmen sie doch. Ich seh das Weiße in ihren Augen, so nah tobt es an mir vorbei, und immer, wenn ich denke, es wird ruhiger, fängt irgendwo wieder einer an und alles kommt von Neuem in schwitzenden, schnaubenden Aufruhr.

Zwischenfrage

Mit 17 hatte ich mal einen Blog, da ging es nur um mich, und als ich jetzt wieder mit Bloggen angefangen habe, dachte ich, ich bin ja jetzt cool und erwachsen, jetzt rede ich von richtig relevanten Sachen! Mach ich aber nicht, ich rede nur von mir.

Für mich selbst bin ich ja auch relevant. Aber all diese Gedanken, die sich um sonst nichts und niemanden drehen, gerade ins öffentliche Internet hinauszuplappern, ist eigentlich höchst merkwürdig. Nicht so merkwürdig, dass ich wieder damit aufhören wollte, aber eben merkwürdig genug, um sich zu fragen, was man da eigentlich so macht.
Ich weiß nicht, was ich mache, aber es tut gut.

Pardon?

Wenn ich meine Statistik richtig verstehe, hat irgendjemand all meine Bildchen durchgeklickt. Mochtest du die oder was? Kannste wenigstens was dazu sagen? Ich hab doch keine Ahnung, ob meine Bilder Bilder sind. Ich mag die. Aber andere auch? Sag was, Mensch. Spazier da nicht einfach so durch und hau wieder ab.

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Außerdem hab ich keine passende Kategorie für diesen Beitrag. „Kunst“? Ganz schön selbstbewusst.

 

So bunte Flügel

Ich würde mich entscheiden, ein kleiner Vogel zu sein; ich würde nachts auf deinem Kopfkissen schlafen und mich in dein Haar schmiegen und dich, immer dann, wenn du am tiefsten träumst, mit kleinen Schnabelhieben wecken. Ich wäre dein gefiederter Quälgeist, aber ich würde zwitschern und trillern, während du morgens Kaffee kochst: in deinem geöffneten Küchenfenster säße ich dann, schon nicht mehr ganz bei dir, wenn ich Brotkrumen aus deiner Hand picke, und wenn du aus dem Bad kämst, würdest du wünschen, ich wäre noch da. Aber ich würde erst spät am Abend wiederkehren, durch das hoffnungsvoll offene Fenster käme ich unversehens in einem Rascheln von Federn, um auf deiner Schulter zu sitzen und dir in ganz leisem Glucksen Geschichten aus der Ferne zu erzählen.

Check ich nicht

Auf ganz vielen Blogs soll man einen Einblick in die „kleine Welt“ des Autors oder der Autorin kriegen. Warum „klein“? „Meine kleine Welt“, das klingt so unnötig zaghaft, als wollte man sich für den Inhalt schon von vornherein entschuldigen, denn in meiner kleinen Welt gibt es ja nur meine kleinen Gedanken, die aus meinem kleinen, armen, unwissenden, unzulänglichen Kopf kommen, bitte nicht böse werden.
Oder es klingt nach Puppenstube, nach Spielzeug, nach künstlicher Verniedlichung, meine kleine, süße, unschuldige Welt, die gar nicht viel Platz wegnimmt, bittesehr, denn sie ist ja nur so klein, und auch sonst ganz unbedeutend.
Steht doch zu euch, meine Güte. Meine Welt jedenfalls ist nicht klein, sie ist riesig und erschreckend und wild und chaotisch und unerträglich schön, und für nichts davon werde ich mich entschuldigen.

Klein! Ich bitte euch.