14.07.

Ich hab immer noch nicht übers Bluestanzen geschrieben, und von meinem Rennrad wollte ich erzählen und vom Minirock und Frauen, die ich bewundere, und nicht zuletzt vom Grashüpfer Frederik, aber  — .

Heute hatte ich einen ganzen Nachmittag und Abend mit mir und meiner Wohnung, und ich glaub, der war gut. An dieser Stelle frage ich mich, ob Bloggen nicht eigentlich sehr merkwürdig ist.

 

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Entpuppung

Ich muss mich zum Schreiben anhalten, ich sträube mich, aber ich muss, weil ich das, was ich bin, nicht mehr wiedererkenne.

Was sind das für neue Seiten? Warum hab ich mich so noch nicht gekannt?
Wer ist das, die sich mit anderen Menschen anlegt, sich streitet, provoziert, es drauf ankommen lässt? Wie kann ich das sein, die in einem wachsenden Bekanntenkreis Unterstützung erfährt und Verantwortung übernimmt? Verantwortung! Wie bin ich das geworden? Es ging so schnell, ich hab mich selbst überholt, das scheue Tier im Regen, und es ruft: Warte, bitte warte, ich hab noch nicht verstanden, was passiert.

Und muss es wirklich ich sein, die einem unschuldigen, schönen Menschen das Herz gebrochen hat? Wollte ich nicht immer behutsam sein und wahrhaftig und gerecht? Aber das hab ich nicht gewusst, dass ich nicht bereit bin, solche Nähe zuzulassen, ich dachte, die Umstände verhinderten große Romanzen, aber nein, ich bin es selbst.

Wer ist diese Frau, in der ich wohne und die so laut durch die Welt geht, die streitet und aneckt und immerzu Dinge tut, und diese Dinge sind nicht immer schön? Ich weiß nicht, wo sie hinwill und wozu sie noch im Stande ist, ich hab mich so anders in Erinnerung.

Gräben im Internet

Heute wurde mein Blog über den Suchbegriff „wie sagt man einen graben zwischen uns“ aufgerufen. Ich suche den Begriff auch mal, weil ich ihn seltsam finde: da ich gar nicht so viele Gräben hier habe, ist mein Blog auf den ersten sieben Seiten der Trefferliste nicht zu finden. Die meisten Gräben scheinen zwischen Männern und Frauen zu verlaufen.

 

Meta-Beitrag

Wenn ich über Menschen schreibe, die diesen Blog selbst lesen, habe ich immer den Drang, meine eigenen Beiträge zu relativieren, zu erklären, sogar zu entschuldigen – ich tu es nicht, aber dann bin ich doch beunruhigt darüber, dass meine zugespitzten Bilder einer Stimmung als grundsätzliche Gültigkeiten gelesen werden. Was nicht heißt, dass nicht jeder Text die Wahrheit sei – aber es ist eine fragmentierte Wahrheit.

Ist es feige, so einen Text zu verfassen, so eine Dosierhilfe, damit auch ja nichts schief geht? Ein Teil von mir will nichts erklären, sondern glaubt ans Unbedingte und verachtet solche Vorsicht.

 

Komm

Ich möchte mich verschenken – ich möchte mich öffnen wie die Tür zu einem wilden, blühenden Garten, und wer immer er ist, er soll sich verlaufen auf meinen stillen, grünen Pfaden, wo es immer Sommer ist und schwer nach Springkraut duftet. Hier soll er sich verlieren, unrettbar, zwischen meinen Ranken und Schatten und Dornen und phantastischen Gewächsen, während eine dunkelrote Rose langsam jene Tür verschließt, und jetzt wird er für alle Zeit in mir ruhen: auf moosigen Samt unter dem Apfelbaum gebettet wird er die weißen Rehe träumen, die bei Vollmond vom nahen Fluss her kommen.

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Das macht es wirklich nicht besser

Eben habe ich einen langen Beitrag darüber geschrieben, wie ich mich fühle, nämlich ungefähr wie ein kleiner, struppiger, schmutziger Hund, der darum bettelt, dass er geliebt werde.
Es war kein schlechter Text, nicht besonders kunstvoll, aber genau, und am Ende hatte ich das Gefühl, dass ich den Zustand, in dem ich bin, wirklich zu fassen gekriegt habe.

Dann hab ich ihn aus Versehen gelöscht.