Neustart

Ich habe über das Problem mit dem Mitlesen weiter nachgedacht und möchte bald irgendwo weiterschreiben, wo mich keiner kennt. Dafür muss mir nur noch ein Name für den neuen Blog einfallen. Vorschläge dürfen gemacht werden, und wer trotzdem gerne weiter mitlesen möchte, darf mir gerne schreiben, zum Beispiel hier in den Kommentaren.

 

imm013_14

Ich weiß, wie ihr mich findet, 2

Mehr lustige Suchbegriffe, die arglose Menschen auf meinen Blog gelockt haben, wo sie  ihnen nicht die Fragen beantworten, die ihnen auf der Seele brennen:

was kann man machen wenn ein tinecha seine mutter hast
Ich weiß es nicht! (Tinecha, hihi.) In dieser Suchanfrage steckt so viel Konflikt, ich hoffe, das pubertierende Kind ist bald wieder nett zu seiner Mutter. Und ich hoffe, es gibt ihr nebenbei genug Grund zu glauben, dass es sie gar nicht wirklich hasst.

wie schreibt man ein vorwort zu einem reisebericht
Das ist spannend, weil ich noch nie einen Reisebericht geschrieben habe. Auch noch nie ein Vorwort. Ich glaube, ich würde einen Vergleich zu einem historischen Reisebericht in die gleiche Gegend aufmachen, um mich von all den Insta-Kalendersprüchen abzuheben.

was kann man machen damit man seinen wut verliert
Schreiben. Reden. Jedenfalls raus damit. Wenn’s geht dahin, wo es herkam.

 
Mein Blog hilft ziemlich sicher niemandem weiter, der mit einer „Was kann man machen in/wenn/damit“-Frage hier landet. Das tut mir leid. Damit er trotzdem nicht komplett unhilfreich ist, gebe ich euch diesen Tipp: Kauft nicht die Erbsen-Nudeln von Aldi. Die sind das Trockenste, was ich je gegessen habe.

 

Doch nicht

Und jetzt müsste ich eigentlich noch einen Beitrag über Du nachschieben, seit Tagen müsste ich den schon schreiben, weil Du mir so wichtig wird und ich so viel über ihn nachdenke und immer noch staune, wie das sein kann bei diesem großen, ungeschlachten, lauten Mann. Was hab ich mit dem schon gemeinsam?*
Aber ich schreibe dann immer doch nicht über ihn, denn wenn ich damit anfange, würde das ein sehr langer Text mit sehr viel Nachdenken, den ich am Ende nichtmal schön fände. Dann muss ich es wohl anders machen, aber noch weiß ich nicht wie, und an dieser Stelle fällt mir meistens ein, dass ich eigentlich auch los muss, oder was kochen, außerdem saß ich schon bei der Arbeit so lang vorm Bildschirm, also gerade ist es echt schlecht. Morgen! Bestimmt!

 

* den Winkel, aus dem wir auf unsere Unterschiede blicken, und die Ehrlichkeit, mit der wir über sie sprechen, und die Achtung, mit der wir einander sehen: als ganze Menschen, vertraut in Manchem, fremd in Anderem.

Freiheit in verträglichem Maße

Ich schreibe im Slalom um die Leute herum, die auf meinem Blog mitlesen.

Ich denke: Alles, was ich schreibe, soll so wahrhaftig sein, dass ich es auch jedem Menschen so ins Gesicht sagen würde!

Kannste knicken.

Weil, wenn ich alles ehrlich so schreibe, wie ich’s denke, dann machen sich Leute Sorgen um mich (lasst mich). Oder sie erfahren Dinge zuerst im Blog und dann erst im Gespräch, was nicht nett von mir wäre. Oder sie erfahren Dinge in unverträglichen Dosen und Darreichungsformen.

Ich filtere mich also selbst, aber damit geht eine Hauptfunktion des Blogs verloren, nämlich Konflikte sortieren, Dampf ablassen, meine Gedanken irgendwo loswerden, wo sie keinem schaden. Zieh ich um?

03.09.

Ich glaube immer noch: es ist ausgestanden. Aber das heißt nicht, dass es nie mehr weh tut und kein Tag mehr sich schwer anfühlt. Ich habe etwas über mich verstanden, das vielleicht mein eigentliches Thema ist – nicht die Depression -, und ich will es aufschreiben, hier, im Internet, weil das Bloggen und alle, die meine Texte lesen, eine Funktion haben, eine Bedeutung, so fundamental, dass ich mich frage, ob das nun wieder gut ist, aber vielleicht ist es total in Ordnung, die absolute Selbstgenügsamkeit als Ideal zu verwerfen.

Mein Laptop ist woanders, aber ich kann nicht richtig schreiben, wenn ich nicht die Tasten höre und fühle. Ich schiebe alles auf: die Nacht in der Stadt, die Heuschrecken, Selbsterkenntnis, Verunsicherung, Texte über Texte übers Tanzen.

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Dass mich die neue Situation mit dem regelmäßigen Arbeiten ein bisschen stresst, merke ich unter anderem daran, dass der väterlicherseits vererbte Choleriker in mir durchschlägt. Ich kriege unverhältnismäßige Wutanfälle, die sich gegen das ganze Universum richten, vertreten durch ein Staubkorn, das nicht macht, was ich will. Dann brülle ich durch die Küche und haue mit der Faust auf den Tisch, was natürlich ganz unsinnig ist, aber es kommt mir sehr gerechtfertigt vor, so einen Knoten hab ich im Bauch.

Das mit dem Job muss sich schnell einpendeln, ich kann es gar nicht leiden, so unausgeglichen zu sein. Ich fange jeden Tag um zwei dort an und wenn ich um acht aufstehe, habe ich sechs Stunden Zeit, mir Stress zu machen, entschieden zu viel.

Ich ergreife eine proaktive, vernünftige Maßnahme und verabrede mich für morgen Vormittag zum Frühstück. Kein Stress bei Eiern und Brötchen, aber jeden Tag kann man nicht frühstücken gehen. Irgendwann werde ich abends wieder Tanzkurse haben, dann kann ich zumindest nach der Arbeit Spannung abbauen, aber bis dahin muss ich mir irgendwas einfallen lassen, ich werd noch ganz verrückt und der arme Küchentisch kriegt entschieden mehr Prügel, als er verdient.

Und heute Abend bin ich DJ auf einem Social. Zumindest bin ich ein Drittel der DJ-Besetzung, und auch nur in Vertretung, aber ich fühl mich nicht wirklich bereit dafür, weil ich immer noch nicht richtig verstehe, was Swingmusik ausmacht. Ich habe meine Laien-Anarcho-Playlist dabei und hoffe, es wird schon drauf getanzt werden. Das stresst mich aber auch.

Außerdem hab ich kein WLAN zuhause und komm nicht zum Bloggen, da fehlt entschieden ein Ventil. Himmel!