Vertrau mir

Bitte.

 

 

//Diesen Beitrag habe ich vor Wochen so in den Entwürfen gespeichert. Ich kann mich nicht erinnern, wer das war, der mir da vertrauen sollte. Und ob er das gemacht hat.

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03.09.

Ich glaube immer noch: es ist ausgestanden. Aber das heißt nicht, dass es nie mehr weh tut und kein Tag mehr sich schwer anfühlt. Ich habe etwas über mich verstanden, das vielleicht mein eigentliches Thema ist – nicht die Depression -, und ich will es aufschreiben, hier, im Internet, weil das Bloggen und alle, die meine Texte lesen, eine Funktion haben, eine Bedeutung, so fundamental, dass ich mich frage, ob das nun wieder gut ist, aber vielleicht ist es total in Ordnung, die absolute Selbstgenügsamkeit als Ideal zu verwerfen.

Mein Laptop ist woanders, aber ich kann nicht richtig schreiben, wenn ich nicht die Tasten höre und fühle. Ich schiebe alles auf: die Nacht in der Stadt, die Heuschrecken, Selbsterkenntnis, Verunsicherung, Texte über Texte übers Tanzen.

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Dass mich die neue Situation mit dem regelmäßigen Arbeiten ein bisschen stresst, merke ich unter anderem daran, dass der väterlicherseits vererbte Choleriker in mir durchschlägt. Ich kriege unverhältnismäßige Wutanfälle, die sich gegen das ganze Universum richten, vertreten durch ein Staubkorn, das nicht macht, was ich will. Dann brülle ich durch die Küche und haue mit der Faust auf den Tisch, was natürlich ganz unsinnig ist, aber es kommt mir sehr gerechtfertigt vor, so einen Knoten hab ich im Bauch.

Das mit dem Job muss sich schnell einpendeln, ich kann es gar nicht leiden, so unausgeglichen zu sein. Ich fange jeden Tag um zwei dort an und wenn ich um acht aufstehe, habe ich sechs Stunden Zeit, mir Stress zu machen, entschieden zu viel.

Ich ergreife eine proaktive, vernünftige Maßnahme und verabrede mich für morgen Vormittag zum Frühstück. Kein Stress bei Eiern und Brötchen, aber jeden Tag kann man nicht frühstücken gehen. Irgendwann werde ich abends wieder Tanzkurse haben, dann kann ich zumindest nach der Arbeit Spannung abbauen, aber bis dahin muss ich mir irgendwas einfallen lassen, ich werd noch ganz verrückt und der arme Küchentisch kriegt entschieden mehr Prügel, als er verdient.

Und heute Abend bin ich DJ auf einem Social. Zumindest bin ich ein Drittel der DJ-Besetzung, und auch nur in Vertretung, aber ich fühl mich nicht wirklich bereit dafür, weil ich immer noch nicht richtig verstehe, was Swingmusik ausmacht. Ich habe meine Laien-Anarcho-Playlist dabei und hoffe, es wird schon drauf getanzt werden. Das stresst mich aber auch.

Außerdem hab ich kein WLAN zuhause und komm nicht zum Bloggen, da fehlt entschieden ein Ventil. Himmel!

Ich weiß, wie ihr mich findet

WordPress listet einem die Suchbegriffe auf, über die der eigene Blog bei Google gefunden wurde. Leute mit mehr Geschäftssinn können das sicher nutzen, um Klicks auf ihren Blog zu erhöhen, aber ich finde das vor allen Dingen unterhaltsam. Unterhaltet euch auch:

waskannmanmachen wordpress
Jemand wusste, was sie wollte. Kurz und zielstrebig. Kann man nix sagen.

waskannmanmachen.wordpress.com
Jemand wusste noch genauer, was er wollte! Vielleicht nur versehentlich in die Such- statt in die Adressleiste eingegeben?

freiburg was kann man machen
Hm. Habe versucht, meinen Wohnort nicht zu erwähnen. Google weiß trotzdem, wo ich wohne, denn Google ist ein Creep. Aber, was man in Freiburg machen kann: spazieren, wandern, draußen rumhängen, sich einfach durch die Stadt treiben lassen, die ganzen guten Eisdielen ausprobieren, Sportarten nachgehen, die unter freiem Himmel stattfinden – sobald die Sonne nicht mehr scheint, ist diese Frage aber sehr verwirrend. In Freiburgs Vorstellung von Freiburg scheint einfach grundsätzlich die Sonne. Ausweichaktivitäten haben wir nicht.

wie sagt man einen graben zwischen uns
Dieser Suchbegriff gibt mir immer noch Rätsel auf. Aus dem Bauch raus würde ich sagen, man sagt es genau so, Graben ist Graben.

kunst nachmachen
Mein Blog: die erste Adresse für Kunstfälscher in spe.

kann man auf lebensfreunde überhaupt schreiben
Dieser Suchbegriff ist mein Favorit. Allerdings zweideutig. Wolltest du sagen: auf Lebensfreude, und das N ist falsch? Oder: auf Lebensfreunden, und das andere N ist falsch, weil es nicht da ist?
Im ersten Fall: Ich glaube nicht, dass man auf Lebensfreude schreiben kann. Nicht physisch, aber falls es auf Lebensfreude ist wie auf Drogen, dann ist das eine ganz schön interessante Frage, denn eigentlich enstehen die besten Texte immer, wenn’s einem nicht so gut geht und die Welt voll inspirierender Finsternis und Zweifel ist, an denen man sich reiben kann.

gefphlskater was hilft
Ich glaube, ich habe den Ausdruck „Gefühlskater“ nur ein Mal hier benutzt und mich in dem Moment immens gefreut, dass ich so einen tollen Begriff erfunden habe. Hab ich aber nicht, denn andere kennen ihn schon.

architektur kunst was kann man machen?
Das weiß ich nicht, aber ich wünsche mir trotzdem, ich hätte Kunst studiert. Dann wäre ich in der gleichen Lage wie jetzt, aber mit Kunst, und so wüsste ich bestimmt besser, wer ich bin und sein kann.

schräge vögel, heute zwitschern wir einen
Bestimmt ein Zitat. Gefällt mir. Muss ich auch mal googeln. Und mit schrägen Vögeln einen zwitschern, das wär auch mal wieder gut.

was kann man machen für mahr gerechtigkeit
Das frage ich mich auch, oder eher: wieso es nicht mehr Gerechtigkeit gibt. Dass man mit einer so großen Frage ausgerechnet auf meinem Blog landet, ist erstaunlich und wahrscheinlich nicht so hilfreich.

was kann man alles für eine zukunft machen
Für welche Zukunft? Die globale? Die eigene? Wenn es um die geht: Was immer es ist, ich hab es nicht gemacht und ziehe mit leichten Bauchschmerzen einem Leben am Existenzminimum entgegen.

wird es noch eine 4.staffel von frontier geben
Ach, bitte nicht, ihr ollen Banausen.

was kann man im mai machen
Woher die Verbindung zwischen dem Mai und diesem Blog?
Die Antwort auf die gestellte Frage ist aber sicherlich die gleiche wie für Sachen, die man in Freiburg machen kann: alles, was draußen ist, nur mit Glühwürmchen.

victoria von schweden
Ich weiß nicht, warum irgendeine Verbindung zwischen ihr und meinem Blog bestehen soll. Ich weiß nichts über Victoria.

was kann man in apeldoorn machen?
Gleiches Problem wie bei Victoria von Schweden. Und nachdem ich beides jetzt extra nochmal erwähnt habe, rutsche ich vielleicht einen Platz nach vorne in Googles Trefferliste, wenn jemand Fragen zu Apeldoorn oder Victoria hat (ich weiß nicht, wie Google funktioniert).

therapie-farbenbrillen.ch
Die hab ich noch nicht ausprobiert. Aber als ich in Portugal im Urlaub war, hab ich eine andere Touristin kennengelernt, die eine Sonnenbrille mit herzförmigen, gelben Gläsern aufhatte und geschworen hat, dass sie damit immer viel besser drauf ist. Ich hab ein Foto von ihr gemacht – daran erinnere ich mich, weil ich sie extra danach gefragt habe und der Moment dann irgendwie awkward war – , aber das Foto ist nie auf meinem Film aufgetaucht. Dafür war eins von einer komischen, kitschigen Vase drauf, die mir völlig unbekannt vorkommt, und das Foto sieht auch nicht aus, als hätte ich es gemacht. Erklärt mir das mal?

er geht erhobenen hauptes an mir vorbei. abweisung?
Hihi, ich weiß, auf welchen Beitrag sich dieser Suchbegriff beziehen muss, wegen des erhobenen Hauptes!
Das ist die Strafe dafür, dass ich so viel über Liebeskummer jammere: ich tauche als Treffer auf, wenn jemand das Internet in romantischen Angelegenheiten befragt. Ist übrigens voll die schlechte Idee, weil das Internet ihn gar nicht kennt. Gleichzeitig ist bewusstes Ignorieren (bei erhobenem Haupte) ein ziemlich sicheres Indiz dafür, dass er nicht mit dir reden will, aber das weiß dein gesunder Menschenverstand doch schon. Also hoffst du, dass er dich eigentlich doch mögen könnte, und sein abweisendes Verhalten nur ein Chiffre dafür ist, dass er dich in Wirklichkeit gar nicht abweisen möchte, ein Chiffre, das so gängig ist, dass du es sofort im Internet finden wirst.
Also: Red mit ihm oder kack auf ihn.

14.07.

Ich hab immer noch nicht übers Bluestanzen geschrieben, und von meinem Rennrad wollte ich erzählen und vom Minirock und Frauen, die ich bewundere, und nicht zuletzt vom Grashüpfer Frederik, aber  — .

Heute hatte ich einen ganzen Nachmittag und Abend mit mir und meiner Wohnung, und ich glaub, der war gut. An dieser Stelle frage ich mich, ob Bloggen nicht eigentlich sehr merkwürdig ist.

 

Entpuppung

Ich muss mich zum Schreiben anhalten, ich sträube mich, aber ich muss, weil ich das, was ich bin, nicht mehr wiedererkenne.

Was sind das für neue Seiten? Warum hab ich mich so noch nicht gekannt?
Wer ist das, die sich mit anderen Menschen anlegt, sich streitet, provoziert, es drauf ankommen lässt? Wie kann ich das sein, die in einem wachsenden Bekanntenkreis Unterstützung erfährt und Verantwortung übernimmt? Verantwortung! Wie bin ich das geworden? Es ging so schnell, ich hab mich selbst überholt, das scheue Tier im Regen, und es ruft: Warte, bitte warte, ich hab noch nicht verstanden, was passiert.

Und muss es wirklich ich sein, die einem unschuldigen, schönen Menschen das Herz gebrochen hat? Wollte ich nicht immer behutsam sein und wahrhaftig und gerecht? Aber das hab ich nicht gewusst, dass ich nicht bereit bin, solche Nähe zuzulassen, ich dachte, die Umstände verhinderten große Romanzen, aber nein, ich bin es selbst.

Wer ist diese Frau, in der ich wohne und die so laut durch die Welt geht, die streitet und aneckt und immerzu Dinge tut, und diese Dinge sind nicht immer schön? Ich weiß nicht, wo sie hinwill und wozu sie noch im Stande ist, ich hab mich so anders in Erinnerung.

Gräben im Internet

Heute wurde mein Blog über den Suchbegriff „wie sagt man einen graben zwischen uns“ aufgerufen. Ich suche den Begriff auch mal, weil ich ihn seltsam finde: da ich gar nicht so viele Gräben hier habe, ist mein Blog auf den ersten sieben Seiten der Trefferliste nicht zu finden. Die meisten Gräben scheinen zwischen Männern und Frauen zu verlaufen.