13.11.

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Du will mir helfen, mehr zu zeichnen, oder: Künstlerin zu werden. Du ist jetzt mein fester Freund und ich hab Angst, ihn zu brauchen. Er motiviert mich und freut sich über meine Bilder, hat Ideen, was ich damit machen könnte und will mir bei der Umsetzung helfen – und wirklich zeichne ich jetzt wieder mehr. Kehrseite: wenn wir zur falschen Seite dieses schmalen Grats herabfallen, wird Du zu einer externen treibenden Kraft, die mich unter Druck setzt und nervt. Oder er übernimmt Verantwortung für etwas in meinem Leben, wofür ich allein verantwortlich sein sollte.

Und dann ist es aber auch einfach schön, nicht allein vor diesem Berg zu stehen. Ich fühl mich zu feige und zu schwach, allein hinaufzugehen, und es ist schön, wenn jemand mitkommt, wirklich mitkommt, aber wenn er mir dabei zu viel abnimmt, gehört mir der ganze Berg nicht mehr. Bilder mit Bergen sind nicht sehr originell, aber ich habe den ganzen Abend mit mir selbst gekämpft und bin zu matt und mutlos für etwas anderes als Berge.

Meine Mutter schickt ein Foto von unserem Hund in die Familiengruppe, so niedlich, dass ich mich doch noch ans Zeichnen mache. Das Ergebnis lass ich gelten, selbst in der aktuellen Stimmung.

Alles muss anders werden. Ich mag meinen Job nicht. Alles ist sehr viel auf einmal, wenn es um Veränderung geht. Ich bin froh über Dus Hilfe und traue dieser Entwicklung nicht, weil ich nicht weiß, ob ich den Übergang von Hilfe zu Abhängigkeit mitbekommen werde.

Ich schicke meiner Mutter die Zeichnung vom Hund und rufe Du an, um über Abhängigkeit zu reden.

Bleib bei dir

Geh nicht nach draußen, gehöre niemandem an, vergiss dich nicht, denk nicht mehr als an dich an einen einzigen anderen Menschen.

 

Auf See

Morgens stehe ich auf und alles ist OK, aber nach zwei Stunden Sachen machen im Haushalt ist die Luft raus. Ich sinke. Warum? Wohin?

Du bist sauer auf mich oder enttäuscht von mir, ich hör’s an deinem Schweigen. Meine hundertste Entschuldigung verpufft ins Leere, vielleicht sind hundert Mal ein Mal zu viel (bitte nicht). Hermetische Enge: du brauchst mich, ich brauch dich zum Tanzen, zweifache Last.