Drüber wegkommen, Sisyphos-Style

Tanzen gehen ist schön, aber ich komme und gehe und bin dort allein, während du deine feste Gruppe von Leuten hast, die ich früher kannte und jetzt meide, um dir nicht zu begegnen. Du hast nicht wie ich den Tanzkurs abgebrochen, bist stattdessen auch auf Festivals gewesen, ich dagegen habe nichts Neues mehr gelernt, seit ich vor Monaten den Kontakt zu dir abgebrochen habe. Du hängst die ganze Zeit mit ihr ab wie früher mit mir – als würde dir ohne mich überhaupt nichts fehlen, als hättest du keine beste Freundin verloren. Und überhaupt ist es, als würde dir das alles nichts mehr ausmachen, eigentlich hat es nie gewirkt, als hätte es dir was ausgemacht – aber ich, ich trete immer noch Wasser, ich bin zu klein zum Stehen, und du verdammter Arsch hast dich einfach in einen Fisch verwandelt. In einen Fisch! Ich bitte dich.

Zerfetzt

Liebe ist brutal und mörderisch. Ein Mensch ist dagegen zerbrechlich und viel zu klein für ein so fürchterliches Gefühl.

 

(Halt’s Maul, du bist nur müde, knurrt Grumpy mich an. Grumpy war bestimmt noch nie verliebt.)

Mein Herz ist wie ein treuer Hund am Bahnhof

Dunkel hier draußen, und ich friere so – es ist noch nicht lange her, da hast du mir die Kerzen ausgeblasen, meine Lampen gelöscht und mein Herdfeuer. Zwar wenn ich dir begegne, glimmt es, leuchtet es auf – aber nur für einen Herzschlag, und dann größeres Dunkel.

Oder: Wenn ich dich zufällig irgendwo sehe, trifft mich immer noch der Schlag.

 

Nymphe, Schwetzingen

In meinem unbelehrbaren Herzen: du

Auf der Abschlussparty fühl ich mich elend, weil ich das Festival nicht genießen konnte; du setzt dich neben mich und fragst, ob alles okay ist. Nein, sage ich, und deine Hand bleibt auf meinem Rücken, ich kann dich nicht anschauen (ich will so sehr, dass du da bleibst, dass ich mir wünsche, du würdest weggehen).

Sollen wir tanzen?, fragst du, und ich sage, was ich noch nie gesagt habe. Dieses Nein fühlt sich schrecklich an, und du fühlst es auch: Nein?, wiederholst du, weil es so unvorstellbar und verkehrt ist, dass wir beide nicht miteinander tanzen sollen.

Ich schüttle den Kopf, und damit zerschlage ich das Band zwischen uns, und es tut so weh.