Work/Life

„Wie geht’s dir?“, schreibt mir ein Bekannter.
„Ich glaub, ganz okay“, schreibe ich zurück. „Es ist immer noch irre kompliziert, ich zu sein.“
Er versteht das, er kennt das, und ich bin froh, dass ich acht Stunden auf der Arbeit sein kann: ein weitestgehend ordentlicher Mitarbeiter zu sein ist sehr viel leichter, als weitestgehend ordentlich ich zu sein.
„Ich glaube, mein Job hält mich zusammen“, schreibe ich weiter, das versteht und kennt er auch. Ich merke es am Vorher und Nachher, wenn ich zurück in die Wohnung komme, die ich schon nicht mehr sehen kann, weil sie mich so sehr an mich selbst erinnert und ich selbst ein einziges großes Forschungsprojekt ist: ein seltsamer Apparat, der durch die Welt kracht und mit den unwahrscheinlichsten Dingen kollidiert, während er einen komplizierten Hindernisparcours mit Leichtigkeit meistert. Experten werden hinzugezogen, sie gucken mit Brille und Klemmbrett und machen Notizen, ein Handbuch erscheint und wird beständig überarbeitet, man lernt aus Irrtümern und dreht probehalber an Stellschrauben, man kommt der Sache näher, aber das vertrackte Ding läuft einfach nicht rund. Man kommt nicht drauf, übrigens ist die Wartung aufwendig, größtenteils deshalb, weil die Höllenmaschine gern mit Wucht gegen Wände knallt, dabei lief sie grad so gut.

(Grumpy sitzt grinsend hinterm Steuer und winkt.)

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