Dicht an dicht

Du sagst: Eine Pause ist, was ich brauche; aber leise füllen sich deine Tage, die Dinge rieseln hinein wie von selbst, und du hast solche Angst, dass das Leben dich vergisst, wenn du es einmal abgewiesen hast.

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14.03./Wie es weiter geht

Irgendwie ist das ein schönes Datum: 14 klingt frisch und März auch, ein frischer Tag in einem noch jungen Jahr, Frühling, Aufbruch, Möglichkeiten, ein verheißungsvolles Datum, zartgrün und hellrot.

Ich sitze in der UB und hege Zweifel. Neben mir sitzen zwei zweifellose Mädchen, die mindestens fünf Jahre jünger sind als ich und ihren shit so sehr together haben (in zwei Sprachen), dass ich mich daneben ganz klein fühle. Wenn die so alt sind wie ich, haben sie schon drei Jahre Berufserfahrung in irgendeinem lukrativen Bereich, nachdem sie ihr Studium mit Auslandserfahrung als Jahrgangsbeste abgeschlossen haben, denn schließlich haben sie immer schon gewusst, was sie vom Leben wollen. Und wie man da hinkommt, und zwar schnell, bittesehr, keine Zeit verschwendet, mit 30 muss das zweite Kind in trockenen Tüchern sein.

Ich will kein zweites und auch kein erstes Kind, ich will eher, dass all diese Fragen und Zweifel und Unsicherheiten endlich verschwinden, ich will mir von meinem eigenen Geld was Schönes kaufen können und vor allem will ich mich nicht mehr erklären, weil nach fünf Minuten vernünftiger Einwände meine Erklärungen eigentlich nur auf „ich will nicht, weil es sich grässlich anfühlt“ herauslaufen, und dass man sich grässlich fühlt, ist in dieser Welt kein gültiger Grund für Entscheidungen.

Eigentlich möchte ich nur in den Arm genommen werden von irgendwem, mit dem ich nicht über all das reden muss. Drüber reden macht mich müde und traurig. Ich bin müde und traurig, seit ich gestern bei der Arbeit mit zwei Kolleginnen drüber geredet hab.

 

So sieht’s aus

Mein WLAN ist mit meinen Nachbarn ausgezogen, deshalb kann ich nur noch bloggen, wenn ich es gerade mal in die UB schaffe. Da schaffe ich es nicht so oft hin, deshalb muss ich dann alle vorher geschriebenen Beiträge auf einmal veröffentlichen. So wie jetzt eben.

Ich hab meinen Arbeitsplatz in der Institutsbibliothek abgeräumt. Meiner Dozentin und auch meiner Therapeutin hab ich es noch nicht gesagt, aber ich glaube, ich werd es gut sein lassen mit der Masterarbeit. Und dann arbeite ich irgendwas, was mir Spaß macht. Nichts am Computer. – Sobald ich es schaffe, natürlich, mich irgendwo zu bewerben, und dann werde ich vielleicht endlich mal meine Geldsorgen los, wär das nicht schön?

Es stehen also jede Menge „Aber du bist doch fast fertig“-Gespräche an. Eigentlich ist das nicht so schwer zu verstehen, aber irgendwie doch. Ich hab auch noch Angst vor dieser Entscheidung und ihrer Endgültigkeit.

Und am Ende möchte ich euch allen vorschlagen, das Album Zanaka von Jain anzuhören, weil das irgendwie das Beste ist, was mir in letzter Zeit passiert ist, akustisch.

Ich geh jetzt Kino. Tschüs!

 

 

Blasen steigen lassen

Ich höre von Traumreisen und fantastischen Romanzen und kreativer Selbstverwirklichung und denke, ich mach gar nichts, ich bleib immer nur da und züchte kleine Blumen auf meinem kleinen Balkon und hab mich immer noch nicht entschieden, was ich mit meinem Leben machen will, ich lese halbherzig über Anne Blunt und denke halbherzig darüber nach, was ganz anderes zu machen, ich bin ein kleiner stummer Fisch und hab mir die einzige Stelle im Strom gesucht, an der das Wasser still steht. Kann mich nicht entscheiden!, sage ich zu den anderen Fischen, die auf den buntesten Wellen an mir vorbeischwimmen und mich fragend angucken.

Werd erwachsen

Meine Therapeutin, scheint mir, wird nicht ganz schlau aus mir.
Sie wirken sehr unabhängig, wendet sie ein, als ich langwierig erkläre, dass ich von irgendwem und besonders von ihr Hilfe erwarte und meine Masterarbeit nicht alleine schreiben will.
Das muss ich wohl zugeben. Ich bin dickköpfig und eigenwillig und mache sehr gerne das Gegenteil von dem, was man mir sagt, selbst wenn man meine Therapeutin ist. Es läuft alles darauf heraus, dass ich meinen Abschluss schon selber kriegen muss, wenn ich ihn haben will, dass, beängstigenderweise, niemand anders für mein Leben verantwortlich ist als ich. Wenn ich also so großmäulig erkläre, dass ich keine Klinik brauche, muss ich mich eben auch wieder in die blöde Bibliothek setzen und unter blöden Erstsemestern gar nicht mal so blöde Bücher wälzen. Tja, Mist.