22.12.

 

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Ich komm nicht zum Schreiben, es passiert so viel. Aber ich freu mich auf alles zwischen jetzt und dem 1. Januar, ich höre Melody Gardot und zeichne und bin wunderbar befriedet und ganz bei mir.

 

Ich bin immer noch da, scheinbar

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Das ist ein Ausschnitt aus meiner Wohnung. Tröstlich zu denken, dass selbst jetzt ein Teil meines Lebens so friedlich aussieht.

01.08.

Ich gehe zur Psychiaterin und muss nichtmal ins Wartezimmer, so schnell ist mein Rezept fertig, dann haben sie in der Apotheke nebenan sogar das Venlafaxin (brrrrrr) vorrätig und ich muss gar nicht die halbe Stadt abklappern wie sonst, und am Ende finde ich im offenen Bücherregal nebendran auch noch drei Schätze: Doris Lessing! Margaret Atwood, im Original! Und Tania Blixen, die ich jetzt kennenlernen kann.

Das freut mich alles so, dass ich mich spontan auf einen Kaffee in der Stadt einlade; im neu entdeckten Café ist noch ein Platz draußen frei, da sitze ich und schreibe Tagebuch und freue mich über den guten Kaffee und gucke Leute und denke, vielleicht ist jetzt so langsam alles okay. Nicht ständig, nicht jeden Tag und nicht ohne Schwierigkeiten, aber insgesamt doch: okay.

Erdbeersphinx

(Vielleicht ist Lindy Hop, das Tanzen und wie ich mich dabei fühle, die Menschen und wie ich mich unter ihnen zurecht finde, die bessere Therapie.)

Friedlicher Morgen

Der Hund drückt seinen Kopf in meine Hand, damit ich ihm die Augen reibe, und brummt ein bisschen, weil er Augenreiben so gut findet. Ich streichle ihn und er leckt meinen Arm und erwischt mich mit der Zunge im Gesicht, als ich nicht aufpasse, aber das Kind in mir freut sich heimlich, weil es in Wahrheit gerne Hundeküsse mag.

Frieden

Aber am schönsten ist es, an die Stelle hinauszuschwimmen, wo der See am leersten ist, und mich auf den Rücken zu legen; dann schwebe ich in der Kühle, die Ohren verschlossen vom Wasser, und egal, wie viele Schwimmer Kinder Boote Bojen Hunde Bälle Musikboxen Mikrofone eben noch um mich herumgeschwirrt sind, jetzt ist alles, was ich höre: mein Organismus im Wasser, ich.
Wenn ich die Augen aufschlage, ist da nur leeres Blau; nichts ist geblieben von der Welt, ich bin herausgelöst aus allem, schwerelos, zeitlos, mein eigener Kosmos, das Wasser ist schon kein Wasser mehr und der Himmel nicht mehr Himmel, nur mich gibt es noch und das Schweben und mein Atmen, in mir ist es vollkommen und unvergleichlich still.

 

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