Wenn man im Kino arbeitet

Menschen sind, insgesamt, sehr dumm. Vor allem sind sie gedanken- und rücksichtslos und verlieren viel zu schnell den Kopf, die einfachsten Dinge können sie überfordern und wenn sie nicht gleich kriegen, was sie wollen, kennen sie kaum Gnade. Aber sie sind auch gerade oft genug so erstaunlich und nett, dass man sie, unterm Strich, trotzdem liebhaben kann.

(Erst wollte ich schreiben: „… liebhaben muss.„, aber jetzt weiß ich nicht mehr, welches stimmt.)

Seifenblasen 7

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Beschwerliches Leben

Ich stehe im Kino hinter der Popcorntheke. Eine Frau, die mit jeder Bewegung zeigt, dass das alles (egal, was) eine Zumutung ist, guckt resigniert über den Tresen.
Haben Sie Wasser nur in so riesigen Flaschen? – Ja, tut mir leid, sage ich lächelnd.
Sie seufzt und murmelt kopfschüttelnd vor sich hin, um zu zeigen, dass ihr ein großes Opfer abverlangt wird: Ja dann, geben Sie mir halt so eins.
Gerne, lüge ich und lächle immer noch. Zweifünfzig, bitte.
Sie schaut mich zum ersten Mal richtig an, mit dramatisch verlorener Fassung: Zwei Euro fünfzig?! Dafür kriege sie anderswo einen ganzen Kasten. Unverschämtheit!
Dann bring dir halt deinen Scheißkasten selber mit, sage ich. Natürlich nicht laut, wegen dem Chef und weil man sowas nicht sagt.
Unter Kopfschütteln, Murmeln und allen weiteren zu Gebote stehenden Bekundungen des ihr widerfahrenden Unrechts bezahlt sie und geht grußlos ab. Die wollte nichts kaufen, die wollte bestimmt nichtmal ins Kino, die wollte sich einfach nur beschweren und beschwert damit sich und allen den ganzen Tag.