Hallo, wie geht’s

Was soll das denn, was wollt ihr von mir, warum pfeift ihr eure Hunde nicht zurück, die sich in meine Arme und Beine verbeißen? Da hängen sie, jaulen und knurren, und ihr sagt: Du wolltest doch einen Hund.
Aber diesen nicht!, schreie ich und trete nach ihm, Und nicht so einen! Und den da auch nicht, und den, und den, und den!
Was denn dann, sagt ihr, während ihr am Horizont immer kleiner werdet. Ich bleibe zurück, ich bin ein paar Teile in einem Knäuel aus Fell und und Zähnen und zerkauten Gliedmaßen, es schmatzt und jault, Hundespeichel ist, was mich zusammen hält.

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Such open-hearted pain

Bei der Arbeit sitze ich auf Klo und heule, weil ich zu klein bin für die ganzen Stürme, die in mir durcheinander toben. Sie sprengen brüllend mein armes wundes Herz und hinterlassen erschöpftes Ödland.

Durch Angst und Schmerz wurden wir Seelen

Ich wache auf und heute kommt meine Freundin nicht vorbei und ich bin allein und elend, zerschlagen nach einer Nacht, in der ich an hundert verschiedenen Orten war und unter abertausend Menschen. Am Morgen finde ich mich allein in der Wohnung wieder, mein unausgeruhter Geist bewohnt einen bleiernen Körper und beide finden keinen Einklang.
In flatternden Partikeln habe ich mich verfangen in den Gefühlen der letzten Tage, die niemand geordnet hat, niemand ist gegangen und hat sie angesehen und ihnen zugeredet und sie besänftigt und endlich hereingeholt, damit sie im Trockenen nebeneinander schlafen können. Noch toben sie draußen über die vergangenen Felder und geraten langsam außer Sicht, aber sie hinterlassen kleine Strudel in der Luft, wenn sie verschwinden: ein Sturm wächst heran und ich bin so müde.

Wie läuft die Jobsuche?, fragen alle, weil sie nicht wissen, dass die Zeit in solchen Stürmen anders vergeht: länger sind die Stunden zwischen Entschluss und Ausführung, und eigentlich befinde ich mich noch immer mitten im letzten Orkan.

Schaurig traurig

In der Bibliothek sitze ich und mein Gesicht brennt, mein Herz klopft, es zieht in meinem Bauch: nur, weil du zehn Tische weiter arbeitest und wir nachher Abendessen und Tanzen gehen. Ich hab gedacht, das kommt nicht wieder, aber als ich bei dir vorbeigeschaut habe, war ich verlegen wie ein Kind, also geb ich mich kühl, damit nicht alles ins Rutschen kommt und ich mir aus den Armen falle. Dieses Festhalten ist gewaltsam und ich wünschte, ich würde dich heute Abend nicht mehr sehen.