Den Hund streicheln

… und genau hinfühlen: wo das Fell so fein ist, dass man die Körperwärme gleich spürt, und wo es kräftiger ist und sich beim Anfassen kühler anfühlt. Wie sich die verschiedenen Längen anfühlen: glatter/rauher, wo sich Farbe und Wuchsrichtung ändern, wie das Fell am Bauch ganz dünn wird, am Hals aber ganz dicht; wie Muskeln und Knochen unter der Haut durchsprechen, wie gar nichts Weiches, Überflüssiges an dem ganzen schmalen Hund ist, wie die Hand dem Auf und Ab des ausgestreckten Körpers folgt; wie der Atem geht und die Flanke hebt und senkt, und beobachten:
wie der Atem tiefer geht, wie sich das Auge weiter schließt, wie der Hund sich fallen lässt und bei welchen Berührungen der Augapfel weiter nach innen rollt: genießen; aber nie ganz, immer kommt der Hund zurück ins Wachen.
Spüren/sehen/hören, wie er seufzt und sich behaglich streckt und in diese Bewegung hineinstreicheln, dass er sich noch weiter dehnt und wieder entspannt.

Darüber werde ich selbst so ruhig, dass ich mich schließlich neben ihm rücklings auf dem Boden ausstrecke und die Augen schließe. Frieden.

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Hundegefühle

Der ausgeliehene Barney ist ein felliger kleiner Kringel auf einem großen Polster in der Ecke. Gestern, am späten Abend, habe ich einen Film angeschaut, in der Wohnung war gedämpftes Licht, und wenn ich die Kopfhörer abgesetzt habe, habe ich gehört: den leisen Regen auf den Dachfenstern und das sanfte Schnarchen des Hundes. So beruhigt hab ich mich gefühlt.
Und als ich heute morgen aufwache, finde ich ein sachte schnarchendes, warmes Fellknäuel in meinem Bett an meine Beine gekuschelt, und auf dem Dachfenster nieselt es leise, und ich wage nicht, mich zu rühren, weil ich die friedliche Stille nicht verscheuchen möchte, und schlafe nochmal ein, geborgen, weil ich für den Hund Geborgenheit bin.

So kann man wohl kaum einen Menschen lieben, ein Kind vielleicht: aufopferungsvoll, selbstlos, nichts nachtragend, alles verzeihend, großzügig, frei von Erwartungen; dankbar und glücklich für alles, was man bekommt, aber niemals vorwurfsvoll für das, was nicht gegeben wird.

Liebes Tier

„Hunde haben Herrchen, Katzen haben Sklaven“, sagen Katzenbesitzer, als wäre das was Positives. Nächstes Mal werde ich darauf antworten: „Katzenbesitzer sind also so verunsichert, dass ihnen ihr Haustier sagt, wo’s langgeht, und Hundebesitzer sind selbstbewusste Führungspersönlichkeiten“, weil mir dieser Spruch so auf die Nerven geht.
Sie hat mir eine gescheuert! Wie niedlich.

Ich kann mit Hunden mehr anfangen als mit Katzen, aber nervig finde ich nicht die Katzen, sondern die Menschen dazu und diese völlig bescheuerte Debatte, ob jetzt Hunde oder Katzen die tolleren Tiere sind. (Hunde, natürlich.)