Gefühlskater: Hingeben hinnehmen

Wie ich dich besuchen komme, weiß ich, dass ich heute verliebt in dich sein werde, und ich zaudere kurz vor dem Gefühl. Dann nehm ich es an, weil es schön ist, und es ist wirklich schön, so weich zu sein und für einen Abend, eine Nacht und einen Morgen die üblichen Schranken fallenzulassen.

Das Grübeln kommt am nächsten Tag, das hab ich in Kauf genommen, aber jetzt sitz ich eben da und – grüble.

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Oh, do you know how much I wish it to be so

Und dann, plötzlich, eine Kette beglückender Ereignisse: ich komm herausgepurzelt, randvoll mit Seligkeit.

 

(Ein Date. Funkenflug! Und Masterarbeit. Und Menschen. Und Fahrrad repariert. Und Wohnung aufgeräumt. Gearbeitet. Und getanzt, getanzt! Und du, du schönes, schönes, schönes Wesen. Fast hätt ich dir im allgemeinen Glück was Verliebtes zum Abschied gesagt, aber ich konnt mich grade so beherrschen.)

Ach ja

Im Gang komme ich an einem Paar vorbei, eng umschlungen und stumm ineinander versunken, ich und meine lauten Türen und überhaupt der Gang existieren gar nicht, sie sind einander die ganze Welt.

Irgendwie trifft’s mich. Ich denke: Stimmt, das gehört ja auch dazu, und: Das ist lange her, und: Ob mir das nochmal passiert?

Schon wieder: Night and day

why is it so
that this longing for you follows
wherever I go

And this torment won’t be through
Till you let me spend my life
Making love to you
Day and night, night and day

Vor der Arbeit suchen wir dir eine Brille aus und dann steh ich hinter der Theke und weine ins Popcorn;
nach der Arbeit sehen wir uns beim Tanzen (du bist schon da und ich komme nach – du redest mit jedem und jeder redet gern mit dir, denn du bist nett, du bist einfach richtig nett, ich dagegen brauche dich, weil ich nicht weiß, wie man mit Leuten in Gespräche kommt)
und ich fühle: deine Schulter unter meiner Hand, deinen Arm um meinen Rücken, deinen ganzen warmen lebendigen Körper neben mir: er zwitschert und lacht, so ein Körper ist das,
und ich weiß, was gleich zwischen uns passieren wird: tanzen werden wir,
und ich denke, dass wir jetzt gerade alles sind, was wir überhaupt nur sein könnten.
Zum Abschied umarmen wir uns und wie ich davonfahre, tut sich in mir etwas auf und die Welt stürzt hinein und was übrig bleibt, ist einen Schatten grauer.

Oder, wie eine Freundin von mir feststellt: Dazu ist eigentlich nichts mehr zu sagen.

Unfug

Nachts um drei tinder runterladen, Fotos von fremden Männern vom Bildschirm wischen, plötzlich über dein Profil stolpern, dich auf einem Foto lächeln sehen, denken: jeden Blödsinn an dir würd ich lieben!, wissen: das ist bescheuert, und alles wieder wegmachen: dich auch weg wischen, tinder deinstallieren, schlafen gehen, mein Herz zu einem glühenden Klumpen zusammenknüllen.

Ich weine nach innen.

Max

Das war mein Hund: Begleiter auf langen Streifzügen durch die Felder im Sommer, jedes in seine Welt vertieft, zu zweit, aber eins; und nie werde ich aufhören, den schweren Geruch von Springkraut zu lieben, das an den Bächen stand, die wir entlang gegangen sind.
Das war mein Hund: ebenbürtiger Gegner im Tauziehen, Spielgefährte, ewiger Gewinner von Wettrennen, Meister im Auffinden verlorener Spielzeuge, furchtloser Langstreckenschwimmer, den sein Körperbau dazu bestimmt hatte, nie einen einzigen Hasen zu fangen.
Und das war mein Hund: zartfühlend; stummer, aber beharrlicher Tröster, wenn ich weinend aus der Schule kam, der nicht von mir abließ, bis ich, unter Tränen, lachen musste; eine Seele von Hund, die aus dem Zimmer ging, wenn Leute stritten, meinen Bruder anbellte, wenn der vor der Playstation einen Wutanfall bekam, der Hund, der sonst ein schweigsamer Riese war – und  trotz seiner Körpermasse so vorsichtig durch unsere aufgebauten Spielzeuglandschaften gehen konnte, dass er kein einziges Figürchen umstieß.

Das war mein Hund.