A week in Paris will ease the bite of it*

Paris und ich haben nicht zueinander gefunden, und der Louvre mit seinen lärmenden Menschenmassen ist wohl einer der schlimmsten Orte der Welt. Delacroix und ich haben uns über all die Smartphones hinweg traurig angeschaut und gewusst, dass wir so nicht miteinander reden können, und dann habe ich mich ins Mittelalter geflüchtet, weil das niemand sehen will und immer am menschenleersten ist. Aber da war ich schon müde, und dann war noch der Flügel mit der flämischen Kunst gesperrt, und auf dem pflichtbewussten Weg zu Leonardo habe ich kapituliert und mich vor den blindlings fotografierenden Insta-Kindern nach draußen in den Park geflüchtet.
Der Park allerdings riecht nach Urin. Paris riecht gerne nach Urin. Paris ist auch ziemlich schmutzig und sehr wenig romantisch. Ich bin enttäuscht.
In der kostenlos zugänglichen Sammlung des Petit Palais allerdings begegne ich wieder Bonnat, den ich auch diesmal gut finde. Und die Menschen kommen mir nett vor, hilfsbereit, und sie rempeln und quetschen weniger, als ich es aus Deutschland gewohnt bin. Trotzdem überwiegt mein urschwäbischer Wunsch, die Stadt würde mal ordentlich geputzt.

*  … stammt aus diesem Lied:

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