Zur Hölle, sage ich

Fremder Mann mit fuchtelndem Regenschirm,

Sie hatten Recht im Sinne der Straßenverkehrsordnung, aber nach Maßstäben eines freundlichen Miteinanders sind Sie ein giftiger Kobold. Ich habe auf Sie Rücksicht genommen – Sie nicht auf mich. Sie haben mich angegriffen, obwohl ich Sie nicht gestört, und nachgetreten, obwohl ich mich nicht gewehrt habe.
Und ob Sie’s glauben oder nicht, das ist unfair – denn wenn Sie sich nicht die Mühe gemacht hätten, mich anzuschreien, hätten Sie überhaupt keinen Ärger mit mir gehabt, Sie hätten wahrscheinlich nichtmal bemerkt, dass ich da war. Ich habe niemanden gefährdet oder nur gestört: der Störenfried, der Unruhestifter, das Übel an diesem Abend waren Sie allein.

Ficken Sie sich also, sobald Sie in Ihrem Nimbus der Selbstzufriedenheit zuhause angekommen sind. Sie dummes, hässliches, aufgeblasenes Nichts.

Kein Gruß für Sie von der Radfahrerin auf dem Bürgersteig, gegen die Fahrtrichtung, über die rote Ampel

Um Ihren eigenen Kram

Wo kämen wir hin ohne all die unermüdlichen ehrenamtlichen Ordnungshüter, die, wenn wir an ihnen vorbeifahren, ohne einen Mensch zu stören, uns in Aufopferung der eigenen Ruhe zurufen, um uns über unseren gefährlichen Irrtum zu belehren:

„Des isch en Gehweg!“

„Hier isch Einbahnstraße!“

„Dr Radweg isch DA!“

Ja, wenn wir Sie nicht hätten.