Anders gesagt

Ich habe mit einem Fremden zum ersten Mal seit Jahren einen Quickstep getanzt, und diesen Tanz hab ich mal geliebt.

Ich hab mich mit den Leuten unterhalten, die ich gern habe, und ich hab wirklich einige gern.

Ich bin spontan mit jemandem essen gegangen, den ich besonders gern habe. Sie muss mich auch gern haben? Kann ich mir immer noch nicht vorstellen.

Ich kann inzwischen allein zu den blöden socials gehen. Das hätt ich nie gedacht.

Ich hab getanzt. Ich hatte ein paar gute Momente. Ich kann ab und an loslassen dabei.

 

Und das alles zählt nichts dagegen, dass ein blöder Typ am anderen Ende der Tanzfläche auftaucht? Ach komm schon.

Es ist nämlich so

In mir haust Grumpy und singt spöttische kleine Lieder mit dem Kehrvers „Du kannst gar nichts, zu gar nichts bist du gut“; außerdem ist gewachsen wie ein Apfel ein kleines rundes, weiches Ding, das nachts aufwacht und dich im Schlaf anschaut und großen Hunger nach deiner Haut und deiner Aufmerksamkeit hat; und da ist der stotternde, tickende, dampfende Apparat, der das Leben draußen aufzeichnet und erforderliche Reaktionen einleitet; und überall dazwischen schlafen und spielen und hungern und flattern all die anderen Facetten und Gefühle und durstigen Träume.

Und jetzt halt das mal zusammen und finde raus, wer du bist.

Half the love

Dass ich mein Studium eines schönen Faches aufgeben und mir irgendeinen Job suchen will; dass ich mich in einem lockeren Verhältnis zu einem Mann schon halbwegs einrichte, obwohl das nicht ist, was ich gesucht habe: ist das, um zu beweisen, dass ich es sowieso nicht kann?
Es: der große Wurf, der ganze Traum, alles, was ich sein könnte.

Oder, und das wäre schlimmer, bin ich überzeugt davon, dass ich mehr gar nicht verdient habe? Vielleicht gerade, weil ich es nicht kann, weil ich das große Glück gar nicht halten könnte, schließlich halte ich mich für ganz und gar unzulänglich in so ziemlich jeder Hinsicht. (Und wo ich womöglich doch mehr bin als das, hab ich zu wenig daraus gemacht, das zählt also auch nicht.)
Das ist nicht unplausibel. Damit muss man erstmal klarkommen.