Felsgrund

Du willst nicht schlafen, weil der Augenblick im Bett vor dem Lichtausmachen der einzige ist, wo du in Sicherheit bist. Du willst nicht essen, weil du jedes Verhältnis zur Welt verloren hast und es sich falsch anfühlt, Dinge aus dieser Welt in deinen Körper aufzunehmen. Du gehst zu Bett ohne zu wissen, wie du die Stunden seit Feierabend verbracht hast. Du sprichst mit Leuten und versuchst so zu reden, wie du geantwortet hättest, bevor du nicht mehr da warst.

Es kommt aber keiner [Selbstmitleid]

Grumpy und ich sitzen zuhause und tun so, als wär das Leben gar nicht da. Die Wohnung sieht uns vorwurfsvoll dabei zu.

Geht nicht, sage ich.

Geht alles nicht, bestätigt Grumpy, jemand soll kommen und uns helfen, heute und alle Tage.

Denn wir beide können doch gar nicht aufräumen und abwaschen und die Wäsche zusammen legen und einkaufen und uns gesund ernähren und ordentlich angezogen sein und jeden Abend Zähne putzen. Sowieso schon nicht, und wenn ich auch noch arbeiten muss, schon gar nicht. Aber wenn uns jemand vor all dem retten würde, könnte ich endlich mal zum Arzt gehen oder mein Fahrrad reparieren. Oder mich darin üben, ein zuverlässigerer Mensch zu sein.