All work and no play

Mein aktueller Job gibt mir Stabilität und ein okayes Einkommen dafür, dass ich nur 50% arbeite. Aber er bedeutet, dass ich vier Stunden am Tag etwas mache, das ich dumm, sinnlos, fragwürdig und langweilig finde. Zudem ist der Druck ganz schön hoch – ich werde permanent kontrolliert, habe praktisch keine Verantwortung oder Entscheidungsfreiheit und bin saumäßig unzufrieden, weil ich ein kluger Mensch bin und es HASSE, irgendwem so dermaßen untergeordnet zu sein. Flache Hierarchien am Arsch.

Du sagt und meine Eltern sagen auch: Behalt den Job. – Vernünftig! Aber ich möchte nicht vier Stunden täglich im Widerspruch mit mir selbst leben. Was ich möchte, ist, beim Chef persönlich zu kündigen und ihm zu sagen, dass ich zu cool für sein dummes Unternehmen bin.

Davon hält mich die Frage ab, was ich denn sonst machen soll. Was mir überhaupt Spaß machen würde. Wovon ich leben kann. Wo ich leben soll. In meiner schönen kleinen Stadt scheinen Stellen Mangelware zu sein, wenn man ein abgebrochener Kunsthistoriker ohne Plan ist. Und von irgendwas muss ich ja leben, bis ich eine große, berühmte Künstlerin geworden bin (das könnte nie sein).

Du sagt, es wäre sinnvoll, den jetzigen Job zu behalten, statt einen schlechter bezahlten anzunehmen, wenn beide eine Übergangslösung wären. Ich würde aber lieber etwas tun, das ich weniger hassen müsste.

Ein Tag ohne mich

Heute wach ich auf und fühl mich einsam und sage mir, dass ich ja nur nach unten in die Küche gehen muss, da sind meine Eltern, dann fällt mir ein, ich bin in meiner eigenen Wohnung, und fühl mich noch einsamer.

Grumpy sitzt neben dem Bett und hat nur drauf gewartet, dass ich endlich wach werde. Jetzt grinst er mich an und sagt, Na, kennste mich noch?
Na toll, sage ich.
Er freut sich, dass er mir den Morgen noch mehr versaut hat, und geht schonmal in die Küche, um auf mich zu warten. Kommst du?, ruft er. Heute ist ein toller Tag, um gar nichts hinzukriegen!

Draußen scheint die Sonne. Es ist fünf und ich hab gar nichts hingekriegt.