19.07.

Ich habe sonnige Laune und häng bei dir rum, bis du gehst; dann gucke ich die Internetseite vom örtlichen Lindy Exchange an, auf das sich alle schon total freuen und es geht eh einfach jeder hin, und kurz halte ich es für möglich, auch mitzumachen (die Fotos vom letzten Jahr! so was Schönes!), aber dann passiert was in mir, was mit Lindy Hop und Gruppen und Zugehörigkeit und Einsamkeit und Angst und dem Gefühl zu tun hat, es mag und braucht mich eh keiner, und zack, liege ich wieder im Loch von vorgestern.

Bei diesem Exchange gibt’s eine Fahrt mit einer alten Dampflok(!!!!!!!!!!). Ich will unbedingt Dampflok fahren und einfach dabei sein und mich wie ein normaler Mensch fühlen, aber was ist, wenn ich gerade an den relevanten Tagen überhaupt kein Mensch bin? Man kann nie wissen, als was man aufwacht, Gregor oder Schabe, und Schaben sind in den meisten Zügen nicht gern gesehen.

Werbeanzeigen

Sich doch was draus machen

Wenn man müde ist, verpasst man: bis spät nachts mit den Kinokollegen zusammensitzen, oder nach der Schicht noch eine Runde tanzen gehen, oder beides.

Am andern Morgen fühlt sich das für mich an, als wären da Dinge geschehen, die ich nie wieder aufholen kann, nie werde ich richtig dazugehören im Kino, nie bei den anderen Tänzern so ankommen wie du, der du einfach alleine tanzen gegangen bist, und ich kann mir tausendmal sagen, dass ich wirklich ins Bett musste, ich hab trotzdem Angst davor, dass mich keiner mag und braucht, wenn ich eh nie da bin.